Porto Alegre.
Ich bin jetzt gut eine Woche hier und kann nur sagen: die Stadt gefällt mir. Und vor allem ist es kühler als in Rio – wenn auch nur ein bisschen. 32 Grad sind es hier auch jeden Tag, aber Gott sei Dank nicht so schwül. Eben war ich zur Belohnung einer guten Woche in der laut Veja (so etwas wie dem brasilianischen Spiegel) besten Churrascaria in Porto Alegre, der Hauptstadt des Gaúcholandes. Meine Fres.. war das lecker! So gutes Fleisch habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gegessen.
Am Dienstag hatte ich mein erstes Interview mit einem Politikwissenschaftler an der PUCRS, einer Privatuni, die ohne Zweifel zu den besseren im Lande gehört. Die Kontaktaufnahme war ziemlich lustig: Ich hatte ihm um die Mittagszeit eine mail geschickt und nachts um 23:00 Uhr ruft er mich zurück und entschuldigte sich auch noch, dass es so lange gedauert hat. Das nenne ich mal nett. Er stellte sich als absoluter Glücksgriff heraus. Ohne dass ich mich wirklich auf ihn gestürzt hätte, ist Prof. Santos einer der führenden Experten im Süden Brasiliens für Innovationssysteme, Technologiepolitik und Politik in Rio Grande do Sul und somit konnte mir auf alle meine Fragen ausführlich und kompetent antworten. Das beste an der ganzen Sache war, dass er an der FU in Berlin seinen Doktor gemacht hat und somit fließend deutsch kann. Das Interview führten wir dann aber auf Portugiesisch, was für mich natürlich auch ein Gutes Training war. Ich bin richtig glücklich aus seinem Büro gegangen und dachte mir, dass ich jetzt eigentlich alle Infos habe. Es lief wirklich gut. Die nächsten beiden Tage verbrachte ich in der Bibliothek der PUC und kopierte und kopierte und kopierte. Oder besser: ließ kopieren. So etwas macht man hier nicht selbst:-) Jetzt habe ich einen Haufen Informationen über diesen Bundesstaat. Heute habe ich noch zwei Kontakte an die Angel bekommen: Eine weitere Expertin und den Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des hiesigen Unternehmerverbandes. Die beiden Interviews werden in den nächsten Tagen über die Bühne gehen. Und dann muss ich nur noch an den blöden Secretário für Wissenschaft und Technologie rankommen, so etwas wie der Minister hier in Rio Grande do Sul. Aber der ist gerade noch etwas zäh, antwortet nicht auf mails, die Sekretärin hat sich jetzt zum zweiten mal meine Telefonnummer aufgeschrieben. Nachher gibt’s noch ein Fax und ein mail an eine weitere Adresse und Montag früh wieder einen Anruf. Ich bekomme den schon noch an die Angel!
Als nächstes fahre ich nach Campinas. Dort habe ich über Rafael Palacios einen tollen Kontakt, der einen Zwischenstop lohnt. Vielleicht bleibe ich dort ein paar Tage länger, nicht zuletzt weil die ein Sitzung des gesamten Forschungsbereiches mit mir machen wollen… Naja, und danach würde ich wirklich gerne nach Brasilia fahren/ fliegen. Aber die im Ministerium sind auch noch etwas schwer davon zu überzeugen, dass sie jetzt unbedingt mit mir reden müssen.
Es geht also voran!
Dicken Gruß in die Welt
ich
1 Antwort bis hierher ↓
Rolfinho // März 8, 2008 um 8:20
Lieber Charles,
Du bist ja echt aktiv und im Vergleich zu Hans geradezu arbeitswütig. Freu mich dass es Dir gut geht. Dennoch ein kleiner Gruß aus der Heimat:
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Kommentare, in denen sich meine Freunde aus Sueddeutschland ueber ein gewisses Ergebniss eines bestimmten Fussballspiels freuen, werden von mir gnadenlos editiert
end edit—–
Viele Grüße
Rolfinho
Danke:-)